TATTOO LEXIKON

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Die Vorurteile, mit denen Tätowierte noch heute oft zu kämpfen haben, kommen nicht von ungefähr. Tatsächlich gab es Zeiten, zu denen eher zwielichtige Gestalten Tattoos trugen. Diese dann aber schon immer sehr provozierend und selbstbewusst an meist sichtbaren Stellen. Eines der bekanntesten Motive für Knasttattoos ist die Träne am Augenwinkel. Eine Träne symbolisiert die ersten 10 verbüßten Jahre hinter schwedischen Gardinen. Bekanntschaften mit Menschen, die mehr als eine Träne am Auge haben, dürften also eher zu den ungemütlicheren Zeitgenossen gehören.Auch im Gefängnis werden Tattoos gestochen. Heimlich und mit selbstgebastelten Maschinen, als Farbe wird Kugelschreibertinte oder Zigarettenasche verwendet. Von den gesundheitlichen Risiken einmal abgesehen, sind solche Tattoos von Kultur zu Kultur unterschiedlich. In Russland sieht man z.B. häufig religiöse Motive. Aber es gibt auch sehr bekannte Motive, die übergreifend verstanden werden. Die Knastträne am Augenwinkel oder die drei oder mehr Punkte an der Hand oder am Auge, kennen die meisten. Dabei stehen die Punkte in der Regel entweder für die verbüßten Jahre hinter schwedischen Gardinen, für die Anzahl begangener Straftaten oder für das ungeschriebene Knastgesetz „nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“. Auch die Träne symbolisiert „abgesessene“ Zeit. Andere Motive hingegen stehen für die Art der Taten. So gibt es bestimmte Knasttattoos für Mord, Totschlag und alle anderen Verbrechen. Andere Motive hingegen stehen für die Sehnsucht nach Freiheit. So kann man hier und da auch Schwalben oder Spinnweben (am Ellbogen, steht für Mord im Knast), Sterne (die wie bei Polizei oder Armee die Rangordnung im Knast symbolisieren) oder Pin-ups (die v.a. in Russland für Verbrechen an Frauen gelten) sehen.Aber selbst bei Knasttattoos gibt es kulturelle Unterschiede. Während sich westliche Knackis auch gern mal Pin-ups in die Haut arbeiten, stehen in russischen Gefängnissen Tattoos von Frauen (z.B. auf dem Scheiterhaufen) als Symbol für das begangene Verbrechen: Frauenmord. In Russland sind auch Kirchen und Heiligenbilder als Knasttattoo sehr beliebt und Dolche in der Halsregion machen klar, dass der Insasse auch in Haft schon gemordet hat. Als Knasttattoo werden sogar scheinbar harmlose Motive wie Katzen und Sterne anderer Symbolik aufgeladen. Sende uns dein Knast-Tattoo an: tattoos@tattoomagazin.de(Statement zum Tattoo)

13/09/2016

K

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