TATTOO LEXIKON

25/07/2016
Haut


Details
Das Tätowieren ist die einzige Kunst, die unter die Haut geht und für die Ewigkeit hält. Zumindest wenn der Künstler Ahnung hat! Auch wenn das Tätowieren in den letzten Jahrzehnten endgültig seinen Ruf als Knastsünde verloren hat und gefühlt jeder Zweite tätowiert ist, gibt es immer noch genug schwarze Schafe in der Tätowierszene, die die Unwissenheit und Naivität ihrer Kunden ausnutzen.  

Was aber passiert beim Tätowieren eigentlich wirklich in der Haut? 

Die menschliche Haut besteht aus mehreren Schichten. Grob gesagt kann man sie in die Oberhaut und die Lederhaut unterteilen. Die Oberhaut besteht aus den Hautschichten, die sich nach und nach immer wieder erneuern, die Lederhaut ist die "bleibende" Schicht 
zwischen Oberhaut und Fett.

Schon jetzt ist eigentlich klar: Ein Tattoo muss in die Lederhaut gestochen werden, 
sonst ist es “temporär”. Ein professioneller Tätowierer sticht die Tattoofarbe unter die 
sechste Hautschicht ca. 1-1,5 mm unter die Hautoberfläche. In der Lederhaut befinden sich Muskeln, Blut- und Lymphgefäße, deswegen ist beim Tätowieren besondere Hygiene gefragt. Sterile Nadeln und desinfizierte Arbeitsmaterialien sind genauso Pflicht wie das Tragen von Handschuhen und das regelmäßige Desinfizieren der entstehenden Wunde.  

Vor dem eigentlichen Tätowieren wird die Haut rasiert, damit die Vorlage gut aufliegt und somit nicht verfälscht wird. Tätowiert wird mit verschieden großen Nadeln, die von der elektrischen Tätowiermaschine in die Haut gestochen werden und so Farbe in die Lederhaut abgeben. Je nachdem ob dabei Blutgefäße verletzt werden, kann die Haut beim Tätowieren bluten. Tätowiermaschinen lassen die Nadeln je nach Größe etwa 800 bis 7.500 mal pro Minute in die Haut schnellen. Durch diese ständige "Reizung" kann die Haut schon während des Tätowierens anschwellen und rötet sich. Ein frisches Tattoo ist eine Wunde und muss daher nach dem Tätowieren deszinfiziert werden. Danach trägt der Tätowierer außerdem Vaseline auf die Wunde auf und verklebt sie meist mit Klarsichtfolie. Das hat den Effekt, dass nicht sofort eine Kruste entsteht und die Haut sich nur oberflächlich erneuert. 

Immer wieder geraten nicht nur hygienische Bedenken an das Tätowieren in die Schlagzeilen, auch die verwendeten Farben stehen regelmäßig in der Kritik.
Diese Bedenken sind meist allerdings veraltet. Früher war man sich nicht darüber im Klaren, dass die Lederhaut eine Art Transporteur ist. Schmutzpartikel oder Schadstoffe können über sie in den gesamten restlichen Körper transportiert werden. 

Heute gibt es Tätowiermittelverordnungen, die gewährleisten, dass Farbstoffe keinerlei schädliche Substanzen für den Körper enthalten. Wer sich bei einem seriösen Tätowierer stechen lässt, muss sich also nicht vor gesundheitlichen Folgen fürchten.   

Auch wenn das Tattoo schon auf der Haut und die Freude groß ist, ist Vorsicht geboten.

Ein Tattoo muss gepflegt werden! 

Die Empfehlungen dazu variieren zwar von Tätowierer zu Tätowierer, aber bestimmte Regeln empfehlen sie alle: Nachdem die Folie vom Tattoo entfernt wird, sollte der "Gestochene" es mit warmen Wasser und einem Waschlappen reinigen. Danach wird die Haut vorsichtig trocken getupft. Ab dem Moment, an dem die Wunde nicht mehr feucht ist (nach etwa zwei Tagen), sollte sie täglich mit fetthaltiger Creme wie "Bepanthen"  eingerieben werden. Das verhindert das harte Verkrusten der Tätowierung. Wird ein Tattoo richtig gepflegt, pellt sich die Oberhaut nach und nach in dünnen, pergamentartigen Schichten ab. Diese sind zwar farbig, brechen aber keine Farbe aus der Lederhaut und beschädigen so das Tattoo nicht. 

Wer lange etwas von seinem neuerworbenen Hautschmuck haben will, sollte in den ersten Wochen nach dem Tätowieren außerdem auf Solarium, Schwimmbad, die Badewanne und ausgiebiges Sonnen verzichten – denn das könnte die Farben ausbleichen.  

Auch wenn die Risiken lange nicht mehr so zahlreich sind wie noch vor ein paar Jahren, eine Regel gilt auch heute noch für das Tätowieren: Think before you ink! Denn auch der beste Tätowierer kann und will seine Arbeit bestimmt nicht rückgängig machen.

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